Ohne Kohle, aber mit viel Motivation, reisen wir nach Guatemala ein. Der Grenzübergang läuft total entspannt ab. Noch kurz an der offiziellen Touristenumfrage teilgenommen und dann gehts los in Richtung Flores. Die Strasse ist super und schlängelt sich durch grüne Landschaften. Mal ein bisschen hinauf, dann wieder hinunter. Es ist heiss und unser Wasservorrat schmilzt langsam dahin. Glücklicherweise gibt es in Guatemala in etwa so viele Tiendas (kleine Läden am Strassenrand) wie Strassenhunde – daher können wir uns jederzeit eine Erfrischung gönnen. (Trauriger „Fun Fact“: Einwohnerzahl 16,5 Millionen, Strassenhunde ca. 20 Millionen). Das mit den Strassenhunden ist so eine Sache. Uns tun die Tiere leid, denn die meisten führen ein mieses Leben: Immer auf der Suche nach Futter und auf der Flucht vor den Menschen, die sie mies behandeln. Andererseits fürchten wir die Hunde manchmal, wenn sie aus dem Gebüsch hervorspringen und uns bellend hinterherrennen.

Nebst den bekannten Maya-Ruinen in Tikal gibt es in Guatemala unzählige weitere Mayastätten. Die schönste sei jedoch Yaxhá, wie uns Rodrigo – ein Velotourer aus Guatemala – in México erzählt hat. Wir diskutieren lange, ob wir die 11km Offroad auf uns nehmen wollen oder nicht, und entscheiden uns nach langem hin und her dafür. Der wohl schlimmste Tag unserer Reise hat soeben begonnen. Die „Strasse“ gleicht einer Mondlandschaft, unzählige Schlaglöcher, loses Gestein, steile Hänge und eine Mordshitze. Wir benötigen fast 2h für die 11km und glauben beim Parkeingang unser Ziel erreicht zu haben. Der Ranger begrüsst uns und erklärt uns den Weg zu den Ruinen und zum Campingplatz. Ein bisschen geradeaus dem Weg entlang und dann die erste Abzweigung links. Nach weiteren harten 45min erreichen wir dann „die erste Abzweigung links“. Die Laune ist im Keller. Etwa im neunten Höllenkreis von Dante‘s Divine Comedy. Das geplante Essen im Restaurant am Parkeingang fällt ins Wasser. Die Laune hebt sich erst wieder, als wir die Ruinen besichtigen. Unglaublich, was die Mayas (oder Ihre Sklaven) über hunderte von Jahren inmitten des Urwalds erbaut haben. Der Sonnenuntergang ist spektakulär. Auf dem Rückweg hören wir erstmals Brüllaffen.

Wir überlegen uns, wie wir am nächsten Morgen zurück auf die Hauptstrasse gelangen und kommen mit einigen Parkrangern ins Gespräch. Mit Charme und dem nötigen Kleingeld überzeugt Alice Manuél, uns mit seinem Jeep um 5 Uhr früh mitzunehmen. Sie schlägt sogar noch ein Nachtessen heraus. Gebratener Reis mit Ei und Tomaten wird für uns auf der offenen Feuerstelle zubereitet. Wir gehen früh in unser Zelt und versuchen in der tropischen Hitze zu schlafen.

Zurück auf der Hauptstrasse gestaltet sich die Fahrt nach Flores eher langweilig. Wir essen am Strassenrand in einem Comedor – direkt neben Schweinen und Hühnern – Frühstück, und wundern uns deshalb nicht, dass wir die nächsten drei Tage Probleme mit unseren Mägen haben. Anschliessend verbringen wir drei Tage in Flores in einem gemütlichen Hostel und besuchen auf einer Tour die Ruinen von Tikal.

Von Flores fahren wir ins Hochland von Guatemala. Die Berge werden steiler und die Temperatur, sehr zur Freude von Alice, langsam immer kühler. Die Königsetappe von Chisec nach Cobán führt uns durch Kaffeeplantagen und kleine idyllische Bergdörfer. Aus allen Ecken schreien uns die Kinder „Gringooooooooos“ nach, um dann verlegen zu lächeln und zu kichern, wenn wir ihnen zuwinken. Die Menschen tragen traditionelle Trachten und verrichten noch immer die meiste Arbeit von Hand. Die Strassen werden noch steiler. Zum Teil so steil, dass wir unsere Räder schieben müssen. Nach 36km und 1500 Höhenmetern erreichen wir unser Ziel in Cobán und sind fix und fertig. Die zwei Tage Pause haben wir uns verdient. Wir machen einen Ausflug nach Semuc Champey und baden in den Wasserterassen.

Von Cobán geht es weiter hinauf ins Hochland nach Santa Cruz del Quiché (ca. 2000 m ü.M). Die Etappen sind anstrengend, die Aussicht in die umliegenden Täler atemberaubend und die Menschen unglaublich freundlich. Nach weiteren 1000 Höhenmetern (bis auf 2800 m ü. M) fahren wir das erste Mal in Zentralamerika auf der Panamericana. Bei der Aussicht läuft es uns kalt den Rücken runter. Anschliessend quartieren wir uns in Carls Roundhouse (Warmshower) in der Nähe von Quetzaltenango ein. Wir relaxen einige Tage und tauschen uns mit Cristian, einem Velotourer aus Spanien, über unsere Reisen aus. Zufälligerweise können wir durch die Rest Days völlig ungeplant (:D) das Champions League Finale in einer Sportbar schauen.

Man kann es kaum glauben, aber es geht tatsächlich noch weiter bergauf. Der Weg zum Lago Atitlan führt uns auf 3000 m ü. M. Die anschliessende 10km lange Abfahrt lässt uns die Anstrengung schnell wieder vergessen. Die Strassen am Lago Atitlan sind in einem katastrophalen Zustand und wir mühen uns die letzten 7 Kilometer nach San Pedro la Laguna ab. Seit langem gibt es wieder einmal Annehmlichkeiten wie „Schoggi-Gipfeli“, Chai Té Frío und Restaurants mit internationaler Speisekarte – wir schlemmen uns einmal quer durch das ganze Menü.
Einen Ausflug im Morgengrauen auf die „Indian Nose“ lassen wir uns nicht entgehen und stehen um 3.30 Uhr auf, um den Sonnenaufgang über dem See zu bestaunen. Die Stimmung, das Licht und die Aussicht auf die umliegende Vulkankette sind einfach herrlich.

Am Lago Atitlan beschliessen wir, einige Tage in Antigua de Guatemala zu verbringen und die Seele baumeln zu lassen. Wir gönnen uns den Luxus eines 4-Sterne Hotels und können uns nicht entscheiden, in welchem der zwei Betten wir schlafen sollen. Um unsere Fotoskills zu verbessern, machen wir einen Foto-Stadtrundgang mit Rudy. Die beste Tour, die wir bis anhin unternommen haben.

Oli ist in Antigua im Kaffeehimmel bei der schier grenzenlosen Auswahl an guten Cafés. Alice erfreut sich täglich ab dem frisch gebackenen Bananenbrot. Wir freuen uns schon lange auf die bevorstehende Besteigung und Übernachtung auf dem Volcán Acatenango. Er liegt gegenüber dem noch immer aktiven Volcán de Fuego, welcher ca. alle 15min ausbricht. Als wir uns auf den Weg machen, erfahren wir, dass wir nebst unserem Guide nur zu zweit sind – wir freuen uns über die Privattour und marschieren los. Leider kommt jedoch alles anders als geplant. Bereits am Morgen, als Oli von der Hotelterrasse zum Vulkan schaut, fällt ihm auf, dass dieser unaufhörlich Lava und Asche in den Himmel spuckt. Nach 10min Fussmarsch beginnt es zu regnen. Noch immer alles ok. Nach weiteren 15min verändert sich der Regen in schwarz-braunen Graupel.

Unser Guide scheint nicht besorgt und meint bloss, dass es normalerweise nicht so stark regnen würde. Nach 1,5h treffen wir auf eine weitere Gruppe, die mit Ihrem Guide unterwegs zum Gipfel ist. Erstmals bekommen wir durch die Gruppe mit, dass es scheinbar gefährlich ist weiter zu gehen, und wir uns überlegen sollten, umzukehren. Noch immer ist unser Guide unbesorgt und überlässt uns zwei Amateuren die Entscheidung, ob wir weitergehen wollen oder nicht. Na toll. Die Vernunft siegt schliesslich über unseren Wunsch, einen aktiven Vulkan zu sehen und wir kehren in bereits beängstigender Dunkelheit um. Es „regnet“ nun Steine vom Himmel und wir rennen den Berg hinunter zum nächsten Unterstand. Die Militärpolizei entscheidet in der Zwischenzeit, die restlichen Gruppen und Guides vom Berg zu holen. Wir warten auf unseren Shuttle zurück nach Antigua und sind zu diesem Zeitpunkt noch traurig, dass das Wetter genau am heutigen Tag nicht zu unseren Gunsten war. Völlig durchnässt und mit pechschwarzen Kleidern kommen wir in Antigua an. Die Stadt ist von einer Ascheschicht überdeckt und wir erfahren, dass der Vulkan zuletzt vor 52 Jahren so viel Asche und Lava ausgespuckt hat. Wir sehen uns die Nachrichten an und sind geschockt von der Verwüstung, die der Vulkan in den umliegenden Dörfern angerichtet hat. Bis zum heutigen Tag sind über hundert Menschen umgekommen. Weitere 200 Menschen werden noch immer vermisst. Wir beginnen zu realisieren, dass wir einige Schutzengel bei uns hatten und fühlen mit den betroffenen Familien mit.
Die Stimmung in der Stadt ist gespenstig und die Luft erdrückend staubig. Die meisten Leute tragen Masken. Die Hilfsmassnahmen, um die Menschen in den betroffenen Dörfern mit dem Lebenswichtigsten zu versorgen, laufen schnell an. Wir entschliessen uns aufgrund der zum Teil gesperrten Strassen mit dem Bus nach El Salvador zu reisen.

Wir haben Guatemala während einem Monat in allen Facetten kennengelernt. Guatemala ist farbenfroh, laut, lebendig aber leider auch ziemlich zugemüllt. An den Strassenrändern türmen sich Abfallberge, Steilhänge werden als Entsorgungsanlagen missbraucht und die Leute werfen ihren Müll aus dem fahrenden Bus. Aber welches Land hat schon keine Probleme? Die positiven Erlebnisse überwiegen – insbesondere die Gastfreundlichkeit, die Hilfsbereitschaft und die Lebensfreude der Guatemalteken hat uns beeindruckt. Wir werden uns noch lange an die schreienden Ayudantes der lokalen Busse (Chicken Buses) erinnern, welche während der Fahrt mit offener Tür um weitere Fahrgäste werben. Auch die Frauen, welche in ihren farbigen Trachten von Hand Tortillas formen, werden wir nicht vergessen. Am meisten jedoch werden uns das Lachen und die erstaunten Blicke der Kinder bleiben, welche uns zu Fuss hinterher gerannt sind.

Auf in weitere Abenteuer…

15. Juni 2018

Comments

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