¡Qué calor!

Die Fahrräder sind verpackt, unsere Taschen ebenfalls und wir machen uns gut gelaunt und voller Vorfreude auf zum Flughafen in Los Angeles. Wir hatten nicht damit gerechnet, dass alles so einwandfrei laufen würde. Aber unsere Freunde bei Interjet haben von A-Z einen top Job geleistet und so sitzen wir im Flugzeug in Richtung Cancún. Kaum gelandet steht auch bereits unser Sperrgepäck zur Abholung bereit. Auf den ersten Blick sieht schon mal alles super aus – keine Dellen, Risse oder sonstige Beschädigungen auszumachen. Nun machen wir uns daran die Fahrräder wieder zusammenzubauen, was deutlich länger dauert als geplant. Nicht nur die Hitze und Mücken sind daran schuld, sondern auch die fiesen Kopfschmerzen, die Oli während des Fluges bekommen hat. Zwei Stunden, eine Cola und ein Migränemittel später rollen wir die Flughafenstrasse in Richtung Hotel runter und kommen 30 min später müde und hungrig an.

Das erste Mal fühlt sich Oli ein bisschen mulmig, denn trotz drei Semester Spanischunterricht ist nicht viel hängen geblieben und so muss er sich nun voll auf Alice verlassen – also doch kein Problem. Die Fahrt vom Flughafen nach Playa del Carmen ist nicht sonderlich spektakulär. Ein erstes Mal machen wir Bekanntschaft mit der Hitze Méxicos und bereuen es, dass wir zu spät aufgestanden sind. Die Sonne knallt gnadenlos auf unsere Köpfe. Tropfend kommen wir im Hotel an und stehen erstmal für 10 Minuten unter die Klimaanlage. Nach einer Dusche gibts dann die ersten Tacos und wir erkunden zu Fuss das Städtchen.
Am nächsten Morgen, nach einem dürftigen Frühstück (nicht zur Freude von Alice), machen wir uns auf und kühlen uns in Cenotes (mit Süsswasser gefüllte, eingestürzte Unterwasser Höhlensysteme) in der Umgebung ab. Für den nächsten Tag machen wir uns mit leckeren Spaghettis fit und gehen früh ins Bett.

Früh morgens fahren wir nach Tulum und kommen noch am Morgen an. Alles geradeaus, heiss und ausser toten Tieren am Strassenrand gibt es auf der Strecke nichts zu sehen. Wir bleiben zwei Nächte, essen und schlafen uns fit und sehen uns die Ruinen an.

Nun wartet ein harte Etappe auf uns. Um 6 Uhr (!) fahren wir los. Es werden 95 harte Kilometer bei bis zu 40°C. Das erste Mal haben wir das Gefühl, dass es im Spanischen kein Wort für Schatten gibt, denn da war keiner. Felipe Carillo ist nur das erste Etappenziel, die Krönung dieser Woche sind die anschliessenden 115 km bei gleichen Konditionen wie am Vortag. Dass Alice zum ersten Mal seit Jahren den Wecker nicht hört und wir 2h später als geplant um 6:30 aufstehen, trägt nicht zur ansonsten friedlichen Stimmung bei. Bis 80 km läufts jedoch rund, dann fangen wir an zu kämpfen. Nach etwas mehr als 6h kommen wir am Ziel an und sind sowas von happy, als wir unser schönes Zimmer im Hostel sehen.
Wenn man nicht da war, ist es schier unglaublich zu begreifen, was Mutter Erde mit der Laguna de Bacalar geschaffen hat. Eine 14 km lange Süsswasser Lagune, die einem mit ihren 7 verschiedenen Blautönen den Atem raubt. Malediven-Feeling in México! Wir geniessen die zwei Nächte und erholen uns super für die anschliessende Weiterfahrt nach Belize.

An der Grenze angekommen stellen wir fest, dass die Mexikaner einen Ausreiseobolus verlangen, mit welchem wir nicht gerechnet haben. Einen Bankomat oder Kartenlesegerät gibt es hier nicht. 10 km zurück zur nächsten Stadt ist auch keine Option – so verhandelt Alice in bestem Spanisch mit dem Grenzwächter und überzeugt ihn davon, die Hälfte der Gebühren zu akzeptieren (obendrauf haben wir ihm noch eine mexikanische Briefmarke angeboten). In Belize schlafen wir in Corozal und machen uns – dank Zeitverschiebung – noch früher auf als gewohnt.

Die Hitze bleibt konstant hoch, wir essen bei Miss Mari leckere Quesadillas und kämpfen uns nach Crooked Tree durch. Die letzten 7 km ins Naturreservat werden zur Tortur und das Hotel macht auch nicht gerade viel her. Am Morgen klingelt der Wecker und wir freuen uns so sehr, die 7 km Horrorstrasse zurückzufahren. Leider ist die Landschaft in Belize (zumindest auf unserem Weg Richtung Guatemala) etwa so spannend wie Johann Schneider-Ammanns Rede zum Tag der Kranken und unser Enthusiasmus ist etwa gleich gross. Absolutes Highlight bis jetzt ist das Essen in Belize. Man weiss nie so genau was man bekommt, aber schmecken tut es.

Bis zur Grenze Guatemalas übernachten wir in La Democracia und in Unitedville, wo wir uns dank Céline & Fabian eine Luxusübernachtung in einem Cottage im Urwald gönnen. Pool, erstklassiges Essen und eine frisch erbaute Plattform um den traumhafen Sonnenuntergang zu bestaunen, machen uns glücklich.

Schlau, wie wir sind, haben wir uns dieses Mal frühzeitig informiert und gelesen, dass Belize ebenfalls Ausreisegebühren verlangt (37 B$ pro Person). Entsprechend haben wir unser Bargeld eingeteilt und im letzten Dorf vor der Grenze beim Frühstück gespart. Oli musste dann doch noch einen Kaffe bestellen. An der Grenze angekommen, stellen wir fest, dass die Preise auf 40B$ angehoben wurden – es fehlten uns genau 25 Cents. Die “nette” Lady hinter dem Tresen wollte es jedoch exakt und so hat Alice wieder alle Register gezogen, um die Dame dennoch umzustimmen (wir lachen heute noch darüber).

Mexiko hat uns mit traumhaften Orten und Tacos verzaubert und mit langweiligen und harten Etappen in die Verzweiflung getrieben. Es ist schwierig, die richtigen Worte für Belize zu finden. Irgendwie schräg, amüsant, dann doch wieder langweilig und trotzdem die Reise wert. Wir freuen uns auf Guatemala!

18. Mai 2018

Comments

Hallo ihr zwei!

Wow Alice, dies tönt ja traumhaft! Was ihr ja alles erlebt, unglaublich – und als Psychologin kannst du natürlich super gut verhandeln ;o))) Ich wünsche euch weiterhin viele spannende, interessante und unvergesslich schöne Erlebnisse!!!

Da chlopft mis härzli grad e chli schnäller, wenn i die Bilder gseh!
Schön, vo Eu z’läse!

Macheds wiitherin guet!
Vermiss eu!
Küssli,
Anina

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