Im Bus zur Grenze von Peru freuen wir uns auf die bevorstehenden Wochen mit Alices Onkel Erwin. Nach einem Zwischenhalt in Trujillo erreichen wir nach insgesamt 24 Stunden endlich unser Ziel Huaraz. Aus unserem Hostelzimmer beobachten wir das Geschehen auf dem Markt gegenüber. Fleissig werden Hühner geköpft, lebende Meerschweinchen von der Ladefläche eines Pick-ups in Säcke verpackt und alles auf die Strasse geworfen, was nicht mehr gebraucht wird. Ein buntes, wenn auch seltsam schräges Treiben. Seit Beginn unserer Reise haben wir so einiges gesehen: Von extrem mieser Tierhaltung bis zu ungekühltem Geflügel, welches bei 45 Grad auf dem Markt feilgeboten wird – inklusive hunderten von Fliegen. Unser Fleischkonsum hat sich in Lateinamerika stetig verringert – wir essen unterdessen nur noch selten Fleisch. 

Am nächsten Morgen ist es dann endlich soweit: Erwin steigt aus dem Bus und wird von uns freudig empfangen. Gemeinsam erkunden wir die Stadt und gehen Abendessen. Huaraz ist laut, lebendig und zur aktuellen Zeit nur spärlich von Touristen besucht. Die Hauptsaison ist eigentlich bereits vorüber. Dennoch hören wir vereinzelt auf den Strassen Französisch, Englisch und sogar Schweizerdeutsch. Am nächsten Tag lernen wir unseren Guide Walter kennen. Er wird uns die kommenden zwei Wochen auf unseren Touren begleiten. Walter ist Mitte dreissig, eher schüchtern aber sehr freundlich. Er ist ein international zertifizierter Bergführer mit viel Erfahrung. Wenn er nicht gerade in den Bergen ist, arbeitet er mit seinem Vater auf der Farm. Wir finden ihn auf Anhieb sympathisch. Abgesehen von Blasen an den Füssen und Erwins Kopfschmerzen aufgrund der grossen Höhendifferenz (Lima 0m, Huaraz 3052m, erste Wanderung 4000m) haben wir unsere erste kurze Wanderung gut überstanden. Die zweite Wanderung zur Akklimatisierung führt uns zur Laguna Churup auf 4‘450m ü.M. Der Aufstieg ist anstrengend, dafür werden wir mit einer tollen Aussicht belohnt. Am Abend gehen wir früh zu Bett um am nächsten Morgen ausgeschlafen unser sechstages Abenteuer in Angriff zu nehmen. 

Nachdem wir unseren Koch Lucho und den Eselführer Sutil kennengelernt haben, machen wir uns auf dem Santa Cruz Trek zu unserem ersten Tagesziel auf. Der Weg ist steil und führt uns am Fluss entlang auf eine Hochebene. Wir teilen uns das Mittagessen mit Moskitos und einem Hund (wir nennen ihn Santa Cruz), der uns treu den ganzen Tag lang bis zum Camp begleitet. Oben angekommen werden diverse Zelte aufgebaut. Das kulinarische Programm beginnt mit einer Tea Time. Rund zwei Stunden später folgt das Abendessen. Es ist jeweils schon früh dunkel, daher gehen wir schon bald nach dem Essen zu Bett. Soweit so gut, etwas gewöhnungsbedürftig ist die Toilette die aus einem Loch im Boden besteht jedoch schon. Wir schlafen tief und fest. Erwin muss sich erst noch an die harte Unterlage und die Übernachtung im Zelt gewöhnen, wozu wir beide bekanntlich schon ein paar Monate lang Gelegenheit hatten. 

Am nächsten Morgen werden wir vom Duft von Kaffee geweckt. Lucho und Walter bringen uns ein heisses Getränk ans Zelt. Wie am Abend zuvor bekommen wir ein Waschbecken mit heissem Wasser um uns den Schlaf aus dem Gesicht zu waschen. Wir essen Frühstück und sind von den Annehmlichkeiten hoch in den Bergen wirklich sehr angetan. Unglaublich, was Lucho auf den zwei Gaskochern für Mahlzeiten zubereitet.  

Das Wetter ist am zweiten Tag wechselhaft. Am Morgen freuen wir uns über die Sonne, die uns wärmt. Nach dem Mittagessen, als wir uns zum Basislager des Alpamayos  aufmachen (für viele der schönste Berg der Welt), ändert sich das Wetter plötzlich. Vom Alpamayo sehen wir daher nicht viel. Nach mühsamen 1,5h Aufstieg erreichen wir endlich die Lagune Arhuaycocha. Wegen des dichten Nebels und dem Schneefall können wir den in die Lagune abfallenden Gletscher leider nicht sehen – schade.  Durchfroren und mit schlechter Laune laufen wir die restlichen zwei Stunden zu unserem Zeltplatz. Als wäre das Wetter nicht schon mühsam genug, fängt Alices Bauch an zu rebellieren. Erschöpft und geschwächt legt sie sich ins Zelt. Die anschliessende Nacht wird für sie ziemlich ungemütlich. Nur knapp schafft sie am nächsten Morgen den anstrengenden Aufstieg nach Punta Union (4’750 m ü.M.). Erwin hat es leider auch erwischt. Schlafmangel und Darmprobleme bremsen den rüstigen Teilzeitrentner aus. Walter führt uns im gemächlichen Tempo den Berg hinauf und oben angekommen sind wir froh, den strengsten Teil hinter uns gebracht zu haben. Das Wetter bleibt regnerisch, die Berglandschaft eindrucksvoll und einzigartig. Rund um uns herum ragen schneebedeckte 6000er in die Höhe.

Nach einem rund vierstündigen Abstieg erreichen wir unser Nachtlager. Wir geniessen unser Gourmet Abendessen. Die klare Nacht beschert uns einen unvergesslichen Anblick des Sternenhimmels. So etwas haben wir noch nie gesehen. Die klare Luft, der Leermond sowie die nicht vorhandenen Lichtquellen ermöglichen es uns, die eindrückliche Milchstrasse in voller Pracht mit der Kamera einzufangen. Darauf hat Oli nun schon lange gewartet und ist daher überglücklich. 

Tag vier, Alice geht es endlich besser. Die kurze und eher flache Wanderung in Richtung Ulta Tal fällt uns leicht. Wir kommen bereits am Nachmittag an und beschliessen daher, mit Sutil ins nächstgelegene Dorf zu laufen um unsere Essensvorräte aufzustocken. Wir gehen mit Sutil von Laden zu Laden – ein lustiger Einkaufsbummel. Lucho übertrifft sich beim Abendessen wieder einmal selbst. Es gibt „Pachamanca“ – Rindfleisch und marinierte Kartoffeln welche auf heissen Steinen unter der Erde 30 Minuten geschmort haben. Unglaublich köstlich! Als wären wir nicht schon genug verwöhnt worden, zaubert er dann noch eine frische Orangen-Bananen Torte aus dem Hut. Mit vollen Bäuchen schlafen wir herrlich. Übrigens gab es noch ein Wechsel in unserem Team. Neu dabei ist Onkel Edwin, welcher Erwin ersetzt. Lustigerweise haben wir es bisher nicht gemerkt, aber unsere Guides nennen Erwin seit Beginn Edwin. Erwin lässt es gelassen über sich ergehen. 

Das Campamiento Avalanche lässt jedes Fünfsterne Hotel bezüglich Lage hinter sich. Nach einem steilen vierstündigen Aufstieg kommen wir auf der gegenüberliegenden Seite des Contrahierbas Gletschers an. Unsere Zelte schlagen wir mit atemberaubender Aussicht zum Gletscher auf. Der mit Abstand spektakulärste Übernachtungsort auf unserer bisherigen Reise. Leider schlägt auch in Peru die Klimaerwärmung gnadenlos zu. Wegen konstant hoher Temperaturen schmilzt der Gletscher vor sich hin – der Gletscherabbruch macht sich vor allem am frühen Nachmittag bemerkbar, wenn Lawine um Lawine denn Hang hinunterkracht. Daher der Name „Avalanche Camp“.

Wir übernachten auf 4‘500 m ü.M. und machen uns am nächsten Morgen früh auf, um die letzte Etappe unseres Sechstage-Trekkings in Angriff zu nehmen. Nochmals steigen wir auf über 4‘800 m ü.M. auf um schlussendlich ins Ulta Valley abzusteigen. Die Passhöhe erreichen wir nach anstrengenden zwei Stunden. Genau im richtigen Moment als die Sonne hervorkommt und die Wolken verschwinden. Den Abstieg geniessen wir mit einem herrlichen Blick auf den höchsten Berg Perus – dem Huascaran (6‘768 m ü.M.). Nicht ganz unsere Kragenweite, aber von unten lässt er sich bestens bestaunen.

Am Parkeingang werden wir bereits von Inkaland Trek erwartet. Wir durften zwei Tage zuvor bereits einen Getränkewunsch anbringen und so schmeckte das kalte Bier / Cola einfach köstlich. Bevor wir zurück nach Huaraz fahren, gibt es noch ein letztes Mittagessen in der Sonne mit Aussicht auf den Südgipfel des Huascarans. Die letzten beiden Tage im Ulta Valley waren unglaublich! Wir können nicht verstehen, weshalb der Santa Cruz Trek so viel beliebter ist – aber uns soll es recht sein, so hatten wir die unglaubliche Landschaft komplett für uns alleine. Ziemlich erschöpft kommen wir am späten Nachmittag in unserem Hotel an und belohnen uns mit der langersehnten Dusche und einem bequemen Bett. Uns bleibt nur ein Tag zur Erholung, bevor unser Gipfelprojekt startet. 

Nun wird schweres Geschütz aufgefahren. Mit Bergschuhen, Helm und Eispickel im Gepäck werden wir vom gleichen Team vor unserem Hotel abgeholt. Anstelle von Sutil (Eselführer) werden wir von Jochen (zweiter Bergführer) und Cesar begleitet. Weil das Gelände für die Esel ungeeignet ist, müssen wir das gesamte Gepäck nun selber tragen. Am ersten Tag steigen wir zum Pisco (4‘630 m ü.M.) auf und trinken einen Kaffee im noch für fünf Tage geöffneten Refugio.

Nach einer ruhigen Nacht im Zelt schlafen wir aus, denn das nächste Camp (Camp Moraine) befindet sich nur zwei Kilometer entfernt. Trotzdem, der Weg ist anstrengend, führt über ein riesiges Geröllfeld und liegt weiter oben. Walter und Jochen gehen es langsam an und so haben wir auch ein wenig Zeit um das Panorama zu geniessen. Wir sitzen in der vom Wind geschützen, aus Felsbrocken  improvisierten Küchennische und quatschen zur obligaten Tea Time. Langsam macht sich die Anspannung bemerkbar; viel Erfahrung im Bergsteigen haben wir ja nicht. Trotzdem haben wir nie das Gefühl, etwas Gefährliches zu tun. Unsere Guides sind Profis und wissen genau worauf geachtet werden muss und so bereiten wir unser Equipment für den Aufstieg vor. Klettergurt, Steigeisen, Eispickel und Helm werden eingestellt und wir erhalten ein kurzes Briefing. Der Himmel ist klar, das Material liegt bereit und die Motivation ist gross. 

Wir legen uns früh schlafen, da wir bereits um Mitternacht geweckt werden sollen. Die Nacht ist zwar kurz, aber dennoch länger als gedacht. Wir werden erst um 2 Uhr früh geweckt, da der Himmel zuvor noch bedeckt war und es geschneit hat. Wir packen unsere sieben Sachen und machen uns mit Helm und Stirnlampe auf zum Gletscherrand. Die Luft auf 5000 m ü.M. ist dünn und eiskalt. Angeseilt, mit Steigeisen an den Füssen und dem Eispickel in der Hand machen wir unsere ersten Schritte auf dem Gletscher. Wir sind in zwei Seilschaften unterwegs. Jochen, Erwin und Lucho gehen voraus. Walter, Alice und Oli hinterher. Der Schneefall wird stärker und durch das langsame Gehen werden die Füsse auch nicht wärmer. Unterwegs treffen wir auf eine weitere Seilschaft. Ein Nachbar aus dem Norden und sein Bergführer haben heute ebenfalls Grosses vor. Der Aufstieg in der Dunkelheit hat auch sein Gutes – man sieht nicht wie weit es noch nach oben geht. Nach etwas mehr als drei Stunden wird es technisch anspruchsvoller. Unter der Anleitung von Walter erklimmen wir mit dem Eispickel die Steilwand (35m / 45 Grad). Der Schneefall nimmt zu und je näher wir dem Gipfel kommen, desto stärker bläst der Wind. Nach weiteren 30 Minuten haben wir es geschafft. Wir hätten es kaum bemerkt, wenn uns Walter nicht darauf aufmerksam gemacht hätte. Doch tatsächlich, wir haben es auf 5742 m ü.M. geschafft. Oft haben wir davon geredet, lange darauf gewartet und unterwegs ehrlich gesagt ab und zu auch ein wenig gezweifelt. Die obligate Gipfelumarmung und das Foto dürfen natürlich nicht fehlen. Leider gibt es jedoch aufgrund der sehr schlechten Wetterverhältnisse keine wirklich großartigen Fotos. Uns war einfach zu kalt um die Handschuhe auszuziehen und unsere Kamera hervorzuholen. 

Nach wenigen Minuten machen wir uns an den Abstieg, denn oben angekommen ist ja bekanntlich erst der halbe Weg. Noch immer sehen wir nicht weiter als drei Meter. Die Zweierseilschaft geht voraus und plötzlich gerät unser Abstieg ins Stocken. Es schaut so aus, als ob sich die drei Bergführer nicht sicher (oder einig) sind, wo sich der Weg genau befindet. Vorsichtig überqueren wir eine Gletscherspalte um diese anschliessend in die andere Richtung nochmals zu überqueren. Das war wohl die Falsche😊. Wir bleiben immer wieder stehen und es wird nach dem Weg gesucht. Die Müdigkeit schlägt nun voll zu und der heftige Wind bläst uns gnadenlos Schnee ins Gesicht. Es fühlt sich in etwa so an, als würde dir jemand mit Schmirgelpapier das Gesicht polieren. Wir irren nun seit bald einer Stunde umher, ohne an Höhe zu verlieren. Schaffen wir es nach unten? Merkt es überhaupt jemand, falls wir nicht zurückkehren? Sind meine Zehen schon schwarz vor Kälte? Das sind gerade die brennendsten Fragen. Dann plötzlich kommt Walter in den Sinn, dass Oli ja sein GPS dabeihat.  Glücklicherweise hat Oli den Weg nach oben aufgezeichnet. Somit können wir visuell erkennen, welchen Weg wir hochgelaufen sind. Oli führt die Gruppe nun an und gibt die Richtung vor, bis wir zurück auf dem richtigen Weg sind, den Walter sofort wiedererkennt. Wir sind nochmals mit einem Schrecken davongekommen! 

Weiter unten auf etwa 5200 m ü.M. wird die Sicht besser und wir sehen zum ersten Mal in die «Ferne». Es sind nur noch einige Meter bis zum Gletscherrand wo wir anschliessend die Steigeisen und das Klettergeschirr ausziehen. Nach einem kurzen Zwischenhalt im Camp Moraine steigen wir zum Basislager ab. Wir sind nudelfertig und haben richtig Hunger. Zur Feier des Tages bereitet  uns Lucho einen Pisco Sour mit Gletschereis (natürlich vom soeben bestiegenen Berg Pisco) zu. Wir haben uns unsere Pisco Sour Jungfräulichkeit speziell für diesen Moment aufgespart und geniessen diesen tollen Moment nun umso mehr. Die Nacht wird nochmals kalt und ungemütlich. Es schneit und Olis Verdauung spielt verrückt. Die geplante Wanderung zur Laguna 69 lassen wir aus und steigen zu unserem Ausgangsort (Cebollapampa) ab. Da wir das Programm kurzerhand geändert haben, sind wir nun zu früh dran und unser Shuttlebus nach Huaraz ist noch nicht da. Unsere Bergführer leihen sich kurzerhand ein Fahrzeug um zum Parkeingang zu fahren, wo es Mobilfunkempfang gibt. Schon nach weiteren 30 Minuten werden wir abgeholt und zurück nach Huaraz gefahren. Im Bus ist es ruhig, alle sind müde und schlafen. 

Nach einem Ruhetag in Huaraz verlassen wir die Provinz Ancash in Richtung Lima. Unglaublich, was wir alles erlebt haben. Höhen und Tiefen, Anspannung und Erleichterung, Anstrengung und Glücksgefühle. Wir haben zu Fuss 100 km zurückgelegt, 6725 Höhenmeter (entspricht der Höhendifferenz Meereshöhe – Huascaran) erklommen und sind insgesamt 52 Stunden gelaufen. Ein Abenteuer, dass uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. 

Von Peru haben wir jedoch noch lange nicht genug. Es wartet ein weiteres Highlight auf uns — Machu Picchu. Die einstige Inka-Haupstadt Cusco dient als Ausgangspunkt um die Region zu erkunden. Nebst dem wunderschönen Hauptplatz (Plaza de Armas) in typischer Kolonialarchitektur bietet Cusco auch kulinarisch viel. Internationale, vegane und vor allem die berühmte peruanische Fusion-Küche begeistern uns. Nach dem unfreiwilligen Gewichtsverlust der vergangenen Tage sind wir vorsichtig geworden und gehen daher auf Nummer sicher, denn wir benötigen unsere Kräfte für das kommende mehrtägige Trekking zum Machu Picchu. Wir haben uns für den Salkantay Trek entschieden. Vier Tage, 60km, 1600 Höhenmeter. Wir werden um vier Uhr morgens im Hotel abgeholt und fahren zuerst einmal vier Stunden zum Ausgangsort. Beim Frühstück lernen wir dann die anderen acht Teilnehmer unserer Gruppe kennen. Vor allem Klaus aus Hamburg (der sich als “Klaus, wie Santaklaus” vorstellt) wird uns die nächsten Tage bespassen. Mit jeweils einem Pärchen aus Kolumbien, Kanada und UK / Dänemark, sowie zwei Freundinnen aus Kanada machen wir uns auf den ersten Teil der Strecke. Im Gegensatz zur Cordillera Blanca ist die Steigung zu Beginn ziemlich moderat. Gut trainiert und akklimatisiert fallen uns die 8 km zum ersten Camp leicht. In Sorayapampa angekommen, freuen wir uns bereits auf die Sky Domes, in welchen wir übernachten werden. Doch bevor wir uns ausruhen, essen wir zu Mittag um anschliessend am Nachmittag zur Laguna Humantay zu wandern. Damit wird der erste Tag doch noch ein wenig anstrengend. Als es bereits dunkel ist, legen wir uns ins Bett und bestaunen den Sternenhimmel durch das Glasdach. Zu viele Sterne um sie zu zählen, deshalb schlafen wir wohl auch ziemlich schnell ein. 

Am darauffolgenden Morgen wird uns erst einmal bewusst, wie viele Gruppen sich auf demselben Trekking befinden. Zu Beginn des Anstiegs auf die Salkantay Passhöhe, gleicht die Strecke einer eher dichtbefahrenen Autobahn. Ein ziemlicher Kontrast zu dem, was wir in den letzten beiden Wochen erlebt haben. Nun gut, da unsere Truppe ziemlich fit ist, gehen wir schnell voran und entfliehen so der Masse. Die Bergwelt ist auch hier sehr eindrücklich. Wir haben genug Zeit um Pausen einzulegen und die Landschaft zu geniessen. Die Passhöhe liegt auf 4600 m ü.M. Das Wetter ist perfekt und so kommen wir bei Sonnenschein in den Genuss einer „Inka-Zeremonie“ die von unserem Guide Carlos (er nennt sich bescheiden „the mountain king“) durchgeführt wird. Zum einen finden wir es toll, dass die Peruaner versuchen, ihre traditionellen Bräuche aufrecht zu halten, auf der anderen Seite gibt es dann leider Tourguides wie Carlos, die das Ganze in eine Zirkusshow verwandeln. Na ja. 


Beim Abstieg ins Rio Ahobamba-Tal fängt es kurz vor der Mittagspause stark zu regnen an. Wir sind alle komplett durchnässt und wärmen uns mit Tee, Suppe und einem reichhaltigen und vielfältigen Mittagsessen. Die zweite Nacht verbringen wir in sogenannten „Andean Huts“, wenn auch in der touristenfreundlichen Version. Ursprünglich wurden diese dreieckförmigen, offenen Hütten aus Holzästen und einem Strohdach gebaut. Heutzutage ist wohl nur noch das Strohdach original. Soll uns aber recht sein. Das Camp bietet sogar für einen kleinen Aufpreis eine heisse Dusche und wer den Kontakt zur Aussenwelt aufrechterhalten will, für den gibt es sogar W-Lan, wir trauen unseren Augen nicht. Unsere Köche zaubern ein tolles Nachtessen herbei. Wir sind wieder einmal erstaunt, mit welchen Mitteln die Köche hier ein wirklich abwechslungsreiches und feines Essensprogramm bieten. Am dritten Tag geht es dann mehrheitlich bergab. Nach 26km zu Fuss und einer kurzen Busfahrt dazwischen erreichen wir Aguas Calientes. Wir sind müde und freuen uns auf das Bett im Hostel und umso mehr auf den kommenden Tag.

„The early bird catches the worm“ — noch selten hat ein Sprichwort so gut gepasst wie hier. Bereits um 4:30 Uhr stehen wir in der Schlange um einen der ersten Busse zum Machu Picchu zu erwischen. Die Hartgesottenen unserer Gruppe (inkl. Erwin) machen sich zur selben Zeit zu Fuss auf um den Berg zu erklimmen. Die steilen und hohen Inkatreppen wollten wir uns nicht antun. 

Wir treffen den Rest der Gruppe kurz vor 6 Uhr am Parkeingang. Der Himmel ist verhangen und es ist neblig als uns unser Guide die Geschichte, Mythen und architektonischen Details von Machu Picchu erklärt. Nur wenige Minuten später können wir den Erklärungen des Guides nicht mehr folgen. Der Nebel löst sich auf, die Wolken weichen der Sonne. Wir sehen die Inka Ruinen nun in voller Pracht und sind überwältigt. Wir haben schon unzählige Bilder davon gesehen und konnten uns dennoch nicht vorstellen, wie magisch dieser Ort ist. Es ist nahezu unbegreiflich, was die Inkas hier vor rund 500 Jahren erbaut haben. Auf dem Rundgang erfahren wir weitere spannende Details über die Bauweise und Verwendung/Bedeutung der einzelnen Tempel. Im Voraus hat Alice noch ein weiteres Ticket gekauft um auf einen der zwei Berge steigen zu können, von denen aus Machu Picchu aus der Vogelperspektive betrachtet werden kann. Der Aufstieg ist brutal, lang und steil. Die Stufen der Inkatreppen sind komischerweise hoch, obwohl die Inkas nicht gerade als Volk der Riesen galten. Wir quälen uns die steilen Stufen zum Gipfel hoch und müssen uns kurz ausruhen bevor wir die Aussicht geniessen können. Erwin, der Dauerläufer, hat sich trotz seines frühmorgendlichen „Spaziergangs“ ebenfalls hochgequält. Chapeau! 

 
Die letzten vier Tage mit dem krönenden Abschluss zum Machu Picchu haben uns noch eine weitere schöne Seite von Peru gezeigt. Das Wandern in der Gruppe hat Spass gemacht und wir haben tolle Menschen kennengelernt. Wir bleiben noch drei weitere Nächte in Cusco, bevor wir zurück nach Lima fliegen und uns dann nach dreieinhalb Wochen von Erwin verabschieden müssen. Wir hatten wirklich eine tolle, anstrengende und bewegende Zeit zusammen erlebt und freuen uns, ihn bald in der Schweiz wieder zu sehen. 

Unsere Reise in Peru geht nun weiter der Küste entlang in Richtung Süden. Wir übernachten in Paracas und erkunden mit einer Bootstour die Isla Ballestas, wo wir Pinguine, Seelöwen und diverse Vogelarten aus unmittelbarer Nähe beobachten können. Am Abend fahren wir dann ins Landesinnere nach Ica. Von da aus machen wir einen Ausflug nach Huacachina, einer Oase inmitten der Wüste. Warum der Ort „Gringo Playland“ genannt wird erfahren wir schon sehr bald, nachdem wir eine der Sanddünen zu Fuss erklommen haben. Auf Sandboarding haben wir keine Lust, doch wir lassen uns zu einer Sundown-Buggyfahrt überreden. Nebst unserem Buggy rasen zur gleichen Zeit noch circa 50 andere Buggies mit Gringos (Amerikaner bzw. Ausländer) über die hinter der Oase liegenden Dünen, wobei unser Fahrer Alberto, zu Olis Enttäuschung, die versprochenen Adrenalinschübe nicht liefern kann. 

Von Ica aus fahren wir mit dem Nachtbus nach Arequipa. Wir kommen frühmorgens an und sind überglücklich, dass unsere Unterkunft bereits verfügbar ist. So schlafen wir noch ein paar Stunden bevor wir die Stadt erkunden. Das Kloster Santa Catalina, das zeitweise bis zu 150 Nonnen und 300 Bedienstete beherbergte, erstreckt sich über 20‘000 m2 inmitten der Stadt. Die farbig bemalten Wände, die grosszügigen Grundrisse und die Ausstattung der Zimmer lassen erkennen, dass hier vor allem Nonnen aus wohlhabenden Familien in den Orden aufgenommen wurden. Wir bleiben zwei Nächte und schlendern durch die Gassen dieser schönen Kolonialstadt. Wir vertreiben uns die Zeit mit Kaffeetrinken und lassen die Seele baumeln. 

Bevor wir die Grenze nach Bolivien überqueren steht eine weitere Nachtbusfahrt nach Puno bevor. Von Puno aus besuchen wir das Volk der Uros, die traditionell auf ihren auf dem Titicacasee selbstgebauten Inseln wohnen. Traditionell, folkloristisch und unglaublich touristisch, aber trotzdem spannend und eindrücklich. Mit dem Boot fahren wir dann weiter auf die Insel Taquile wo uns Einheimische ihre Kultur und ihr Handwerk näherbringen. Ein Mann ist hier erst ein Mann, wenn er stricken kann. Im Alter von sieben Jahren beginnen die Jungs zu stricken. Geheiratet werden darf erst, wenn sie das Handwerk im Griff haben. Um zu erkennen welcher Mann noch zu haben ist, tragen die Männer verschiedene Mützen: Rote Mützen für die Verheirateten, rot-weisse für Singles. Auf dieser Insel geht es gemächlich zu und her. Gemütlich essen wir zu Mittag und verbringen den Rest der Zeit auf dem Dorfplatz und beobachten einen kleinen Jungen, der stolz mit der peruanischen Flagge über den Dorfplatz marschiert. Mit dem Boot geht es dann am Nachmittag zurück nach Puno. Wir freuen uns auf Bolivien, sind jedoch auch ein wenig wehmütig, dieses tolle und vielseitige Land nach rund sechs Wochen wieder zu verlassen.  

5. Januar 2019

Comments

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