Nachdem es die letzten Tage viel geregnet hat, entscheiden wir, für die letzten 100km an die Grenze zu Kalifornien einen Bus zu nehmen, um dem stürmischen Wetter zu entkommen. Nach 15 Minuten Fahrt im Bus beginnt die Sonne zu scheinen – wir bleiben trotzdem sitzen, da wir in Busfahrerin Teri eine super Reiseführerin gefunden haben. Allgemein kommen wir auf unserer Reise mit extrem vielen Menschen in Kontakt. Egal ob Busfahrer, Polizisten, andere Radfahrer oder Obdachlose – unsere Velos samt Gepäck ziehen die Blicke auf sich und führen immer wieder zu tollen Gesprächen und Begegnungen.

In Crescent City angekommen, übernachten wir bei Warmshower-Legende Katie (St. Paul‘s Church). Das Gemeindezentrum hat seine Tore bereits für mehr als 1400 Radfahrer aus aller Welt geöffnet. Nach einem Tag mit starken Winden, mehrheitlich von vorne, belohnen wir uns in einer lokalen Brauerei mit Kalorien und Bier 😊

Via Eureka, Fortuna und Redcrest gelangen wir in den Humbolt Redwoods State Park. Die 2000-3000 Jahre alten Bäume gehören zu den grössten der Welt und ziehen uns in Ihren Bann. Bei schönem Wetter und Temperaturen um 20°C (Amen) fahren wir der Avenue of the Giants entlang.

Das schöne Wetter begleitet uns auch die folgenden Tage zurück an die Küste.

Es stehen uns jedoch zwei Berge im Weg, die wir zuerst in Angriff nehmen müssen. Die Abfahrten entschädigen jedoch bei weitem den anstrengenden Aufstieg und die harte Beinarbeit. Es werden neue Temporekorde aufgestellt und Alice hält bei den Downhills gut mit.

Nach 80km und 1400 Höhenmeter erreichen wir Westport (das einzige Dorf weit und breit) gerade noch rechtzeitig um den Sonnenuntergang an der Küste zu geniessen.

“If you’re going to San Francisco
Be sure to wear some flowers in your hair
If you’re going to San Francisco
You’re gonna meet some gentle people there“

Wir können es kaum erwarten, das Wahrzeichen von San Francisco mit unseren Fahrräder zu überqueren. Hier noch eine Portion unnützes Wissen: Die Farbe dieser Schönheit nennt sich „International Orange“.

Das sonnige Wetter (während unserem ganzen Aufenthalt) und das Osterwochenende treibt die Menschen der sportlichen Metropole nach draussen. Noch nie haben wir innert so kurzer Zeit so viele andere Fahrradfahrer gesehen wie auf der Fahrt nach San Francisco. Nicht weniger motiviert aber mit mehr Gepäck lassen wir es gemütlich angehen und sehen die Meisten daher nur von hinten.

Nach unserer Ankunft in San Francisco haben wir uns eine (Fahrrad)-Auszeit verdient und lassen die Drahtesel Esel sein. Bei all den steilen Hügeln kann uns das wohl niemand verübeln. Ganz klassisch mittlerweile, haben wir bei Warmshower-Host Cyndi übernachtet – das schont bekanntlich das Budget und lässt mehr Spielraum zur Verwirklichung von Alice‘s Brunch Träumen. Host Cyndi hat nicht nur ein grosses Herz für die Fahrrad-Community, sondern auch für Ihre drei Katzen. Bei Katze Thomas sieht man deutlich, dass Liebe wohl tatsächlich durch den Magen geht.

Von Alcatraz halten wir uns fern, bestaunen die Stadt vom Coit Tower aus und schlendern durch die unterschiedlichsten Quartiere. In Little Italy treffen wir Oli’s Cousin Dominic und seine Frau Silvia. Wir freuen uns riesig, die verpasste Hochzeit mit einem gemeinsamen Nachtessen zu feiern. San Francisco macht uns auch kulinarisch viel Freude. Nach vier Wochen Burger, Pommes & Sandwiches macht uns die internationale Küche unendlich glücklich.

Einer der besten Spots um die Golden Gate Brücke bei Sonnenuntergang zu bestaunen, liegt am Baker Beach. Überraschenderweise gibt es an diesem Abend noch ein weiteres Spektakel zu bestaunen. Eine gefühlte Ewigkeit verfolgen wir dieses Spektakel amüsiert, bevor wir höflich darum bitten, das Feld zu räumen. Die restlichen Leute am Strand danken es uns und wir alle kommen doch noch zu unserem Postkarten Foto.

Durch den Golden Gate Park verlassen wir San Francisco nach drei schönen Tagen. Nach Zwischenstops in Montara, Pigeon Point und Santa Cruz erreichen wir Monterey. Das nächste Highlight erwartet uns. Trotz Schlammlawine lassen wir uns die wunderschöne Fahrt an der Küste auf dem Highway 1 nicht entgehen. Leider können wir jedoch nur ein Teilstück der Strecke fahren. Wir entscheiden uns das Gepäck in Monterey zu lassen. Was für ein herrliches Gefühl. Fast schwerelos rollen wir über den Asphalt und fahren dank starkem Rückenwind mit bis zu 45 km/h mühelos die Hügel hinauf. Ein perfekter Tag bei traumhaftem Wetter.

Weiter südlich übernachten wir auf dem Refugio Campground. Palmen, Strand und Meerblick machen diesen Zeltplatz zu unserem bisherigen Favoriten. Um das Nachtessen kümmert sich ein freundlicher Nachbar. Am selben Abend treffen wir Pete aus Australien, der mit seinem Fahrrad von San Francisco nach LA und dann quer durchs Land an die Ostküste fährt. Bei einem Lagerfeuer tauschen wir Räubergeschichten aus und haben einen tollen Abend. Am nächsten Morgen vor unserer Abfahrt sehen wir vom Strand aus Delfine und tauschen uns mit anderen Campern aus. Uns werden noch schnell 20 Dollars zugesteckt mit der Bitte, uns einen feinen Lunch zu gönnen. Wir können es kaum glauben, wie freundlich, interessiert und herzlich uns die Menschen hier begegnen.

Wir wagen uns mit etwas mehr als 90km an die 100km pro Tag Grenze heran und sind erstaunt, was unsere Beine mittlerweile so hergeben. Santa Barbara, Malibu und Santa Monica fliegen an uns vorbei – nicht ohne von uns beachtet zu werden. Schneller als gedacht sind wir nun in Venice Beach und warten ungeduldig auf die Ankunft von Alice‘s Schwester (Roadtrip!!!).

Bis zum 30. April lassen wir die Waden ruhen und werden uns in Utah, Nevada und Arizona die Nationalparks ansehen und es uns weiterhin gut gehen lassen.

30. März 2018

Comments

Hoi dir zwöi. I gniesses sehr, öier brichtli ds läse und die tolle fotis adsluege. Im redwoods state park bini ou scho gsih und die biuder wecke i mir inne grad wieder tolli erinnerige. I bi sehr froh ds gseh, dases euch guet geit und gönne euch sehr, dass dir ungerwägs ou so super begägnige heit. Der weg ist das ziel und das läbet dir üs im möment sehr schön vor. Enjoy it and have a safe journey 😊

Hey ihr zwei Lieben, es ist so eine Freude, eure Fotos zu bestaunen und von euren Erlebnissen zu lesen – da kommt man direkt selber ins Träumen:-) ihr seid ja unglaublich schnell unterwegs, unglaublich:-) passt gut auf euch auf und geniesst es weiterhin ganz fest

Hoi dir Beide
Es macht extrem viu Spass, öiies Abentüür us dr Ferni z’verfouge. I hoffe dir heit witerhin so tolli Erläbnis u vorauem so schöni Szenerie – Wow!
Postet witerhin ganz viu Impressione u Stories :)!
Ganz liebi Grüess, Bernadette

Ciao Interista
Ächt guet! 🙂
Spannend zum läse und au zum aluege –
sau schöni Bilder!
Viel Spass!
LG
Conci

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